Wir wollen den Dialog. Ihr auch?

Liebe Dialog-Interessierte, lieber Dialog-Interessierter,

wir freuen uns, dass du den Weg auf unseren Blog gefunden hast!

Wir sind Studierende der Cusanus Hochschule, die sich zusammengefunden haben, um die diesjährige Herbstakademie zu organisieren. In diesem Beitrag möchten wir einen Einblick in unsere Motivation und unser Anliegen geben – unter anderem durch Blitzlicht-Zitate aus dem Orga-Team. Mehr über die Cusanus Studierendenschaft und ihre Hochschule findest du im Bereich ‚über‘.

„Für mich bedeutet die Frage nach „echtem“ Dialog vor allem dies: Die Suche nach einem gesellschaftlichen Miteinander auf Augenhöhe. Dieses Miteinander soll nicht allein in separaten Blasen stattfinden, deren scheinbar durchsichtigen Wände klare Grenzen aus sozialem und finanziellem Kapital darstellen. Ich wünsche mir auf der Herbstakademie zu lernen, wie man mit Gesellschaftsakteuren aus verschiedensten Lebensrealitäten und mit unterschiedlichsten Haltungen, auch politischer Art, in einen produktiven, menschenwürdigen Dialog kommt. Ich bin gespannt, ob es uns gelingen wird, für ein paar Tage bewusst aus unserer jeweiligen und vielleicht auch gemeinsamen Blase hinauszublicken!“ – Carmen

Als wir für eine erste Themenfindung zusammensaßen, wurde schnell klar, dass DIALOG das Thema sein würde, unter dem wir unsere vielfältigen Vorstellungen miteinander verbinden können. So viele Fragen eröffnen sich an diesem Begriff! Was ist die Voraussetzung für gelungenen Dialog und was bedeutet das für die Bildung? Ist der Wunsch, in den Dialog zu treten eine Haltungsfrage? Gehört diese Haltung zu unseren Pflichten als Bürger? Wie ist ein Dialog auf Augenhöhe trotz unterschiedlicher Interessen möglich? Bedeutet Politik nicht eigentlich genau das? Und sollten wir uns angesichts der anstehenden Wahlen nicht gemeinsam damit auseinandersetzen? Wie geht man damit um, wenn Dialog ‚stattfindet‘, aber nicht in dem Sinne ernst genommen wird, dass später etwas Konkretes daraus entsteht?

„Wenn ich die großen Streitpunkte der Gesellschaft sehe, aber auch die hitzigen Auseinandersetzungen auf persönlicher Ebene, habe ich den Eindruck, dass wir nicht fähig sind miteinander zu kommunizieren. Ich sehe bei mir selber, dass ich es oft nicht schaffe, meine Vorurteile abzulegen und auf Augenhöhe in einen offenen Dialog zu treten. Das ist aber die Voraussetzung dafür, dass gesellschaftliche und persönliche Auseinandersetzungen konstruktiv ablaufen können. Ich glaube sogar, dass es die Grundlage ist, um sich konkreten Problemen zu widmen: Uns unserer Fähigkeiten und Unfähigkeiten im Dialog bewusst zu werden. Um dieses Bewusstsein zu fördern wünsche ich mir, dass wir uns auf der Herbstakademie mit dem Thema des Dialogs beschäftigen.“ – Christopher

Diese Fragen und viele mehr bewegen uns seit Beginn der Herbstakademie-Planung. Und die Konsequenz aus vielen von ihnen ist, dass wir dem Dialog schon lange vor der eigentlichen Veranstaltung eine Chance geben wollen. Wir möchten nicht als kleines Team eine Herbstakademie gestalten, die unseren Vorstellungen von Dialog entspricht, sondern wir möchten von Anfang an möglichst viele Perspektiven zusammenführen – nicht nur von potenziellen Teilnehmern. Daher freuen wir uns über deine Teilnahme an diesem Blog, auf dem wir experimentell versuchen wollen, die Annäherung an das Thema sichtbar und für alle zugänglich zu dokumentieren.

Viel Spaß bei der Mitgestaltung,

dein Orga-Team der Herbstakademie 2017

„Im Studium beschäftigt mich die Frage, wie sich der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern lässt. Zur gleichen Zeit sitze ich mit meinen Kommilitonen und Dozenten bei dem Versuch zusammen, einen Raum des Lernens zu gestalten, innerhalb dessen unser Bildungsideal als Dialog zwischen uns erfahrbar wird. Bedeutung scheint das Wort Dialog für mich also zu haben, aber was verstehe ich eigentlich genau darunter, was verspreche ich mir von einem „gelungenen Dialog“? Im Rahmen der diesjährigen Herbstakademie möchte ich den Dialog als ständiges Experiment begreifen, Dialogräume eröffnen – geht das auch mit Kunst, Musik oder Tanz? – Blasen platzen lassen und Grenzen meines Denkens bewusst überschreiten.“ – May


8 Gedanken zu “Wir wollen den Dialog. Ihr auch?

  1. Ich denke man könnte:
    1. Themen abgrenzen
    2. Formen von Beiträgen vorschlagen, wie zum Beispiel nur Text, Powerpoints, Bilder, Filme
    3. Eine Option öffnen zu einem Blog einen Vortrag zu halten
    4. Kommentare zu Kommentaren bzw. Beiträgen anregen

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  2. P.S. Es wäre schön ein paar Gesichter zu haben, die hinter den „Herbstdialogen“ stehen und Personen, an die man sich wenden kann.

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  3. Dialog: Wir brauchen Übung

    Kennst du auch diese Situationen (Der Familiengeburtstag, der/ die verschrobene Bekannte, der/ die verschwörungstheoretisch anmutende Fremde dich in ein Gespräch verwickeln will ) in denen euch eure innere Stimme sagt: „Ich sage jetzt nichts, habe ja auch kaum Zeit und unangenehme Gespräche kann ich nicht auch noch gebrauchen, ein anderes Mal vielleicht…“
    Dialogverweigerung schient erstmal der einfachste Weg zu sein; die Harmonie soll nicht gestört, der Tagesrhythmus nicht beeinträchtigt und die eigene Überzeugung nicht gefährdet werden.
    Wie kann man einen solchen Dialog üben? Ich schlage vor: Einfach machen! Lasst uns schon im Vorfeld der Herbstdialoge mit Menschen sprechen die wir meiden und Themen anschneiden die unangenehm zu sein scheinen. Ich freue mich auf den Austausch unserer Erfahrungen.

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  4. Die Entscheidung zum Dialog entsteht im vorhergehenden Schweigen: will ich Dich sehen oder will ich es nicht?
    Eine innere Entscheidung, bevor das erste Wort fällt. Denn auch wenn dann viel geredet wird, kann ich doch nur in mir bleiben – so kann man leben, Tage, Monate oder jahrelang….
    Einfacher ist es, ein Thema zu haben, auf das man erst einmal gemeinsam schauen kann. Wahres Denken verbindet.

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    1. Eine schöne Idee. Das vorherige Schweigen. Vielleicht ist das Problem mit dem Dialog, dass die Menschen nicht (mehr) schweigen können?!

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  5. Das Thema hört sich für Laien wie uns etwas „entfernt“ an ohne eine weitere Thematik zu benennen, sodass wir zunächst denken, nichts verwertbares beitragen zu können.
    Nichtsdestotrotz , wenn es um Dialoge geht, sollte man nicht vergessen, das Zuhören mit in die Thematisierung einzubinden. Denn Dialoge sind sinnlos, wenn niemand zuhört.

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